CDU-Mitglieder im Wahlkreis Kirchheim nominieren Dr. Natalie Pfau-Weller von der CDU Teck und Oliver Pum aus dem Gemeindeverband Köngen als ihre Kandidaten für die Landtagswahl 2021. CDU-Landtagsfraktionsvorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Reinhart lobt Arbeit vor Ort und fordert einen geordneten Übergang auf Bundesebene.

Dem Corana-Virus zum Trotz kamen rund 100 Wahlberechtigte und zahlreiche Gäste in die Jahnhalle nach Notzingen, um die Nachfolge des im nächsten Jahr aus dem Landtag scheidenden Abgeordneten Karl Zimmermann zu bestimmen. Hausherr Bürgermeister Sven Haumacher äußerte in seinen Willkommensworten erfreut, dass seine Kommune nach dem Jahr 1992 erneut Stätte der Nominierungsversammlung sein darf.

Nach einer inhaltlich sehr überzeugend und zudem recht charmant vorgetragenen Rede, wurde die einzige Kandidatin für das Direktmandat, die mit ihrer Familie in Kirchheim wohnende, Dr. Natalie Pfau-Weller, gewählt. Pfau-Weller, 32 Jahre jung, verheiratet, Mutter einer 1,5-jährigen Tochter und am Fraunhofer-Institut in Stuttgart tätig, in der katholischen Kirche verwurzelt, blickte in ihrer Bewerbung zunächst auf ihren Parteieintritt im Jahr 2007 und die Jahre bis heute zurück. Seit 2014 ist sie amtierende Stadträtin im Kirchheimer Gemeinderat und Integrationsrat. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Europa Union, der CDU und der Frauen Union auf Kreisebene und im CDU-Gebietsverband Teck. Seit 2016 ist sie bereits die CDU-Zweitkandidatin im Wahlkreis Kirchheim.

Auf ihrer politischen Agenda stehen ganz oben Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Bildung, Familien- und Generationengerechtigkeit. Mit ihrer Kandidatur wolle sie auch im Landtag der CDU zu einem jüngeren und weiblicheren Aussehen verhelfen. Sie ist überzeugt, dass die CDU wieder Wahlen gewinnen kann. Dafür trete sie an. Die Versammlung würdigte den starken Auftritt letztlich mit rund 94 Prozent Zustimmung.
Bei der Kür des Zweitkandidaten hatten die Mitglieder mit dem 50-jährigen Oliver Pum aus Köngen und dem 56-jährigen Thomas Wust aus Plochingen eine echte Wahl, die letztlich mit 82 zu 11 Stimmen klar für den Köngener Diplom-Sozialpädagogen und Projektreferenten im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg ausfiel.

In seinem den Wahlen vorausgegangenen Grußwort würdigte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Prof. Dr. Wolfgang Reinhart zunächst die fast zwei Jahrzehnte lange Landtagsarbeit von Karl „Jimmy“ Zimmermann. Er sei ein mitunter kantiger und stets meinungsfreudiger, aber vor allem immer ehrlicher, Volksvertreter. Auch die Arbeit des Demografiebeauftragten der Landesregierung Thaddäus Kunzmann würdigte Reinhart lobend. Die anstehende CDU-Bundesvorsitzendenwahl machte er am Bild des Baus eines Jumbos deutlich. Da braucht es auch eine starke Mitte, mit zwei großen starken Flügeln. Die CDU ist vor 75 Jahren als die Partei der kleinen Leute gegründet worden. Die CDU steht bis heute für Bildung und Wirtschaft, weshalb er auch die Pläne des Bundesfinanzministers, auf Übernahme der Schulden zahlreicher Kommunen in Höhe von 40 Milliarden Euro, strikt ablehne. Wir müssen den Wohlstand der Menschen, aber auch deren Zukunft sichern. Da gehe es nicht an Misswirtschaften zu belohnen. Die Zeit bis zur Vorsitzendenwahl verglich er mit der Fastenzeit: erst innehalten und nachdenken, danach kommt die Auferstehung. Er fordere daher einen geordneten Übergang in Berlin.

Mit welchen Erwartungen die anstehende Landtagswahl im Kreise der CDU-Mitglieder gesehen wird, soll eine Aussage am Rande der Versammlung deutlich machen: „Mitregieren ist nicht schlecht, aber selbst bestimmen ist besser. Deshalb: Ab heute geht’s los, ab heute ist Aufbruch.“

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag