Man könnte das diesjährige Jahrespressegespräch unseres Kreisverbandes mit den Worten überschreiben „Viel Politik - Wenig Presse. Doch beides gut“.

Wie jedes Jahr waren Vertreter aller lokalen und regionalen Redaktionen und das Neckar Fernsehen zum Gespräch mit Vertretern unseres Kreisverbandes und unseren Abgeordneten geladen. Gekommen sind jedoch nur zwei Redakteure, namentlich Sylvia Gierlichs und Thomas Schorradt sowie unsere vier Abgeordneten beim Bund und im Land. Verbandsseitig waren zugegen der Kreisverbandsvorsitzende Thaddäus Kunzmann und seine Stellvertreterin Ilona Koch. Als Gastgeber der Kreispressereferent Thorwald Teuffel von Birkensee unterstützt durch die Kreisgeschäftsführerin Yonne Bauder.

Im Rückblick auf das Jahr 2019 legte Thaddäus Kunzmann seine Schwerpunkte auf die Europa- und Kommunalwahlen und die zum 1. April eingeführte Tarifreform im öffentlichen Nahverkehr. Explizit würdigte er hierbei die Arbeit des Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart Thomas Bopp und von Landrat Heinz Eininger für die deutliche Pressevergünstigung im VVS. Für das Jahr 2020 nannte Kunzmann als wichtigste Aufgaben auf Kreisebene die Nominierungsversammlungen für die Bundes- und Landtagswahlen in 2021, sowie das Tun der Arbeitskreise. Auf Bundesebene ist der Kreisverband zudem mit Anja Roth aus Esslingen im Bundesfachausschuss „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ und mit Thaddäus Kunzmann im Bundesfachausschuss „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ vertreten.

Der Esslinger Bundestagsabgeordnete Markus Grübel zeigte sich überzeugt, dass die GroKo hält. Für die Zukunft wünsche er sich längere Wahlperioden auf Bundesebene, einen sozialeren Zusammenhalt der Gesellschaft und ein verpflichtendes Gemeinschaftsjahr. Dies sei auch im Hinblick auf die persönliche und berufliche Bildung ein gutes Instrument. Vor Ort wünsche er sich mehr Barrierefreiheit insbesondere an Bahnsteigen und die Weiterentwicklung des Siegels „Grüner Knopf“. Der Grüne Knopf ist ein staatliches Siegel für nachhaltige Textilien, d.h. nachhaltige sozial und ökologisch hergestellte Kleidung. In seiner Eigenschaft als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses wird er in Bälde in den Irak reisen, um vor Ort Gespräche mit Regierungsvertretern zu führen. Schwerpunkt wird dabei die Friedensschaffung und der Friedenserhalt sein. Bei der neuen SPD-Spitze auf Bundesebene sieht er eine Verdeutlichung der Unterschiede zwischen den Positionen der Koalitionspartner.

Der Kirchheimer Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich hofft gleichermaßen auf ein Halten der GroKo. Es seien bislang schon gute Ergebnisse erarbeitet worden und für die zweite Jahreshälfte steht der EU-Ratsvorsitz an. „Da streitet man nicht.“ Seine Wünsche an die kommenden Monate laute daher, dass die Volksparteien wieder mehr an Bedeutung gewinnen mögen, größere Augenmerk an die Sicherung des Wohlstands, bedachte Begleitung des industriellen Strukturwandels und eine technologieoffene Diskussion einer Umsatzsteuerreform. Für den Gesundheitsbereich lobte er die Arbeit des Gesundheitsministers Jens Spahn, wenngleich im Bereich der Gesundheitsberufe, Arzneimittellieferengpässe, der Digitalisierung es noch viel zu tun gibt. Für den Wahlkreis erwartet er belastbare Ergebnisse beim Planfeststellungsverfahren des S21-Projektes für die Fildern, einen guten Schienenersatzverkehr in der Bauphase zum Flughafen und zusätzliche Perspektiven für den ÖPNV.

Der Esslinger Landtagsabgeordnete Andreas Deuschle entgegnete in seinen Ausführungen, dass die Digitalisierung die menschliche Arbeit entbehrlich mache. Der bisherige Breitbandausbau sei mit 611 Millionen Euro zwar bereits beachtlich, aber die Ergebnisse eben noch nicht, weshalb er ausdrücklich die anstehenden Investitionen des Landes auf über eine Milliarde Euro ausdrücklich lobte. Mit dem Blick zurück auf die Rezo-Debatte nannte Deuschle vor allem den Zeitpunkt der Reaktion durch die Bundesvorsitzende Annegret Krampp-Karrenbauer als schlecht gewählt. Er bewerte daher das Europawahlergebnis auch als Reaktion der Jugend auf diese Diskussion. Den Bereich der Wissenschafts- und Forschungspolitik dürfe man nicht durch Verbote ausbremsen, sondern durch Innovationanreize und Investitionen stärken und nachhaltig unterstützen. Wie seine Vorredner sieht er in einer Vielzahl an Einzelmaßnahmen den größeren Nutzen für eine Luftverbesserung. Ein Gleichklang an Arbeits- und Umweltschutz müsse gewährleistet sein. Als Jungvater sind zudem die Schulpolitik und die frühkindliche Bildung im Hause Deuschle „Dauerbrenner“.

Der Kirchheimer Karl Zimmermann sieht sich auf der Zielgeraden seiner politischen Arbeit, weshalb er mehr auf Vergangenes denn auf Künftiges einging. Insbesondere die Arbeit im Petitionsausschuss und als Obmann im Innenausschuss waren und sind seine Themen. Hier seien gute Ergebnisse erzielt worden. So erwähnte er ganz „Jimmy-like“ mit einem für ihn so typischen vorherigem tiefen Atemholen: „Die Grünen schwenken immer mehr auf den CDU-Weg ein“. Gemeint hatte er damit „insbesondere die Bereiche Straße, Ausländer und Abschiebung“. Besonders freue ihn die anstehende Ansiedlung des Technikums Laubholz auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik Scheufelen. Bis Ostern 2020 könnte das Vorhaben in trockenen Tüchern sein. Mit seiner letztjährigen Erklärung nicht wieder für den Landtag anzutreten, habe er zudem „frühzeitig das Signal an potentielle Nachfolger gemacht“.

Zum Thema anstehende Landtags- und Bundestagswahlen konnten den Pressevertretern nicht nur die durch den Vorstand des Kreisverbandes bereits vereinbarten Termine mit auf den Weg gegeben werden, sondern auch erste konkrete, wenngleich möglicherweise unvollständige Kandidaturen.

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